Islands Vulkane: Der komplette Guide

Islands Vulkane: Der komplette Guide

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Erfahre mehr über Islands vulkanische Aktivität und die berühmtesten Ausbrüche der Geschichte. In diesem umfassenden Guide zu Islands Vulkanen erfährst du, wie du diese Naturwunder erleben kannst.

Island ist ein Land der Gegensätze, in dem Gletscher auf die feurige Hitze der Vulkane treffen. Deshalb wird es oft als das Land aus Feuer und Eis bezeichnet. Dieses Aufeinandertreffen hat eine Landschaft aus Lavafeldern, schwarzen Sandstränden, Bergen, Geysiren und Kratern geformt und macht Island zu einem einzigartigen Reiseziel.

Vulkan-Touren bieten dir die Möglichkeit, diese rohe Naturgewalt hautnah zu erleben, während Lava-Höhlentouren die verborgenen Tunnel und Kammern offenbaren, die durch uralte Ausbrüche unter der Oberfläche entstanden sind.

Tausende Menschen reisen nach Island, um die Vulkane und die von ihnen geschaffenen Wunder zu bestaunen. Bei Ausbrüchen – wie zuletzt auf der Reykjanes-Halbinsel – kommen noch mehr Besucher, um eines der dramatischsten und faszinierendsten Naturphänomene der Erde zu erleben, etwa bei einer Helikoptertour über einen Vulkan.

Hier findest du alles, was du über Islands vulkanische Wunder und die von ihnen geschaffenen Landschaften wissen musst.

 

Warum du unseren Inhalten vertrauen kannst

Guide to Iceland ist die vertrauenswürdigste Reiseplattform in Island und hilft jedes Jahr Millionen von Besuchern. Alle unsere Inhalte werden von lokalen Experten verfasst und geprüft, die Island bestens kennen. Du kannst dich auf genaue, aktuelle und verlässliche Reisetipps verlassen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Islands Vulkane haben die Landschaft und Geschichte des Landes geprägt – einige Ausbrüche hatten verheerende Folgen.

  • Die tödlichsten Ausbrüche, wie Laki 1783, hatten weltweite Auswirkungen auf Klima und Menschheit.

  • Die anhaltende vulkanische Aktivität macht Island zu einem Hotspot für Forschung und spektakuläre Naturerlebnisse.

  • Besucher können Islands Vulkane sicher auf geführten Vulkan-Touren oder Lavahöhlen-Touren erkunden.

 

Wie viele Vulkane gibt es in Island?

Drohnenaufnahme des Holuhraun-Ausbruchs in Island mit glühenden Lavaströmen und dichten Dampfwolken über einer schneebedeckten Vulkanlandschaft bei Sonnenuntergang.

In Island gibt es etwa 130 aktive und inaktive Vulkane. Die meisten davon sind aktiv; die einzigen ruhenden Vulkane befinden sich in den Westfjorden Islands.

In den Westfjorden gibt es keine vulkanische Aktivität mehr, da dies der älteste Teil der isländischen Landmasse ist. Diese Region entstand vor etwa 16 Millionen Jahren und wurde im Laufe der Zeit vom Mittelatlantischen Rücken wegbewegt. Daher ist dies auch der einzige Teil des Landes, in dem Wasser elektrisch erhitzt werden muss, anstatt wie im Rest Islands geothermisch erwärmt zu werden.

Wie viele aktive Vulkane gibt es in Island?

Der Krater des Fagradalsfjall-Vulkans 2021 in IslandUnter der Insel befinden sich etwa 32 aktive Vulkansysteme – in allen Landesteilen außer den Westfjorden. Island liegt nicht nur auf dem Mittelatlantischen Rücken, sondern befindet sich auch über einem sogenannten Hotspot.

Ein Hotspot bezeichnet eine Stelle mit ungewöhnlich hoher Magma-Aktivität. Weitere bekannte Hotspots sind der Yellowstone-Nationalpark und Hawaii. Die wichtigsten aktiven Vulkane Islands verlaufen entlang einer gebogenen Zentralachse von Nordosten nach Südwesten.

Dazu zählen von Norden nach Süden beispielsweise Krafla, Askja, die Systeme Grimsvötn und Bardarbunga unter dem Vatnajökull, Hekla und Katla sowie Heimaey und Surtsey auf den Westmännerinseln. Das aktivste Vulkansystem Islands ist Grimsvötn.

Vulkan-Karte von Island

Hier findest du eine Karte der aktiven Vulkane Islands zur besseren Übersicht. Die Einteilung erfolgt grob nach geografischen Zonen:

  • Westliche Vulkanzone (inklusive Reykjanes-Halbinsel)

  • Östliche Vulkanzone

  • Nördliche Vulkanzone

  • Westmännerinseln

  • Snaefellsjökull-Gürtel

  • Öraefajökull-Gürtel

Reykjavik liegt am östlichen Rand der Reykjanes-Halbinsel, direkt am Reykjanes-Vulkangürtel im Südwesten Islands. In der Nähe der Hauptstadt befinden sich mehrere aktive Vulkansysteme, darunter das Gebiet um Fagradalsfjall sowie die Sundhnukagigar-Kraterreihe, an denen es in den letzten Jahren wiederholt zu Ausbrüchen kam.

Diese zählen zu den nächstgelegenen aktiven Ausbruchsgebieten bei Reykjavik und liegen etwa 50–55 Kilometer von der Stadt entfernt. Die jüngsten Ausbrüche hatten jedoch keinen Einfluss auf das tägliche Leben in Reykjavik.

Warum ist Island so vulkanisch?

Das Lavafeld Eldhraun im Hochland ist ein perfektes Beispiel für die Auswirkungen von Vulkanen auf die isländische Natur.

Island ist ein Produkt des Vulkanismus, denn es liegt direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken. Dieser trennt die nordamerikanische von der eurasischen tektonischen Platte. Island ist einer der wenigen Orte der Welt, an denen man ihn über dem Meeresspiegel sehen kann.

Tektonische Platten bestehen aus der Erdkruste und dem obersten Teil des Erdmantels. Durch Konvektionsströme im Mantel können sich die Platten aufeinander zu bewegen und Gebirge bilden oder auseinanderdriften und so ozeanische Kruste entstehen lassen.

Es gibt 15 große tektonische Platten, wobei die nordamerikanische und die eurasische zu den größten zählen.

Diese beiden Platten sind divergierend, das heißt, sie bewegen sich voneinander weg. Dabei steigt Magma aus dem Erdmantel auf und füllt den entstehenden Spalt, wodurch Vulkanausbrüche entstehen. Dies geschieht entlang des gesamten Grabens, was sich auch auf anderen Vulkaninseln wie den Azoren oder St. Helena beobachten lässt.

In Island gibt es viele Orte, an denen du Teile des Rückens sehen kannst, zum Beispiel auf der Reykjanes-Halbinsel oder im Gebiet rund um den Myvatn-See.

Am eindrucksvollsten ist jedoch der Thingvellir-Nationalpark: Hier kannst du in einem Tal zwischen den Platten stehen und die Kontinentalwände auf beiden Seiten des Parks sehen. Durch das Auseinanderdriften der Platten wird das Tal jedes Jahr um etwa 2,5 Zentimeter breiter.

Die 9 berühmtesten Vulkane Islands

Da es in Island über 130 bekannte Vulkane gibt, würde es eine Weile dauern, sie alle zu besuchen. Deshalb haben wir eine Liste mit neun Vulkanen zusammengestellt, die jeder Island-Besucher einmal gesehen haben sollte.

9. Eyjafjallajökull: Islands berühmtester Vulkan

Eyjafjallajökull-Vulkanausbruch in Island 2010

Die meisten kennen den Eyjafjallajökull seit seinem Ausbruch 2010, der den europäischen Flugverkehr massiv beeinträchtigte. Für viele Reisende war das ein Ärgernis, doch im Vergleich zu den größten Ausbrüchen Islands war es ein eher kleines Ereignis.

Der Ausbruch 2010 war der bislang größte des Eyjafjallajökull. Es gab zuvor einige kleinere Ausbrüche, aber nichts in dieser Größenordnung.

Zwischen 1821 und 1823 gab es einen kleinen, aber langanhaltenden Ausbruch. Frühere Ausbrüche fanden 1612–1613 und 920 statt, über die jedoch wenig bekannt ist.

Die Systeme von Eyjafjallajökull und Katla sind benachbart und einige Ausbrüche ereigneten sich in ähnlichen Zeiträumen. Ein Ausbruch des Eyjafjallajökull löst allerdings nicht zwangsläufig einen Ausbruch der Katla aus. Der letzte bestätigte Ausbruch der Katla war im Jahr 1918.

Seit dem Ausbruch im Jahr 2010 ist der Eyjafjallajökull eine beliebte Sehenswürdigkeit. In den ersten Tagen des Ausbruchs reisten Tausende nach Island, um sich das Spektakel anzusehen – viele buchten Flüge und Helikopterrundflüge, um die beste Aussicht zu genießen.

Wir empfehlen diese 5-stündige Superjeep-Gletschertour zum Eyjafjallajökull für ein unvergessliches Erlebnis.

8. Thrihnukagigur: Der einzige Vulkan, den du betreten kannst

Der Thrihnukagigur in Island ist der einzige Vulkan der Welt, dessen Magmakammer du betreten kannst. Da er seit etwa 4.000 Jahren inaktiv ist, besteht keine Ausbruchsgefahr – die Touren sind also ebenso sicher wie faszinierend.

Die Magmakammer des Thrihnukagigur umfasst etwa 150.000 Kubikmeter. Mit einem kleinen Bergwerksaufzug gelangst du am Eingang 120 Meter tief hinab in die riesige Höhle.

Der Boden ist etwa so groß wie ein Fußballfeld – genug Platz zum Erkunden. Zum Vergleich: Die Freiheitsstatue würde problemlos in die Magmakammer des Thrihnukagigur passen.

Neben der Größe beeindruckt vor allem die intensive Färbung der Kammer. Das Magma brachte zahlreiche Elemente aus dem Erdmantel mit, deren leuchtende Farben an den Wänden sichtbar sind: Eisen, Kupfer und Schwefel färben sie rot, grün und gelb.

Um dieses Naturwunder zu erleben, solltest du unbedingt diese Tour im Thrihnukagigur-Vulkan buchen.

7. Grimsvötn: Islands tödlichster Vulkan

Der von Schnee und Nebel bedeckte Grimsvötn-Vulkan auf dem Vatnajökull-Gletscher ist Islands aktivster Vulkan und zeigt sich hier unter klarem Himmel.Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Roger McLassus.

Das Grimsvötn-Vulkansystem ist das aktivste und gefährlichste Islands. Es liegt unter dem Vatnajökull-Gletscher im Südosten und seine Krater sind meist unter dem Eis verborgen. Bei Ausbrüchen entstehen jedoch gewaltige und gefährliche Aschewolken.

Der Laki-Vulkan, den wir später noch vorstellen werden, gehörte zu diesem System und verursachte 1783/84 weltweite Katastrophen. Er zählt zu den verborgenen Wundern des isländischen Hochlands. Wir empfehlen diese Superjeep-Tour zum Fjadrargljufur-Canyon und zu den Lakagigar-Kratern.

6. Hekla: Das Tor zur Hölle

Isländische Pferde auf grüner Weide mit Blick auf den schneebedeckten Hekla-Vulkan

Der Hekla-Vulkan ist einer der bekanntesten und aktivsten Vulkane Islands. Im Mittelalter galt er als „Tor zur Hölle“ – wegen seiner regelmäßigen und explosiven Ausbrüche.

Er ist zudem einer der unberechenbarsten Vulkane Islands: Die Intervalle zwischen den Ausbrüchen reichen von neun bis 121 Jahren.

Der stärkste Ausbruch ereignete sich im Jahr 1104, doch auch die Ausbrüche in den Jahren 1300, 1693 und 1845 richteten große Schäden an Vieh, Gebäuden und unter den Menschen an.

Der letzte Ausbruch fand am 26. Februar 2000 statt, war jedoch relativ klein. Buche diese Reittour im Sommer am Hekla für ein einzigartiges Erlebnis mit atemberaubender Aussicht.

5. Katla: Der explosive Nachbar des Eyjafjallajökull

Katla liegt unter dem Myrdalsjökull-Gletscher im Südosten Islands.

Katla ist einer der mächtigsten und explosivsten Vulkane Islands. Er rumort seit Jahren und wird von den Behörden streng überwacht. Er liegt unter dem Myrdalsjökull-Gletscher im Süden Islands und ist berüchtigt für seine riesigen Aschewolken und katastrophalen Gletscherläufe (Jökulhlaups).

Trotz seiner Aktivität kannst du die Gegend auf der Katla-Eishöhlentour erkunden – sie führt dich in eine atemberaubende Gletscherhöhle, die durch die Hitze des Vulkans entstanden ist.

4. Snaefellsjökull: Das Tor zum Mittelpunkt der Erde

Snaefellsjökull-Gletscher und -Vulkan auf der Halbinsel Snaefellsnes mit schwarzen Lavafelsen, goldenem Strand und türkisfarbenen Wellen im Sommer.

Der Snaefellsjökull ist einer der meistbesuchten und beliebtesten Vulkane Islands. Er liegt an der Spitze der Halbinsel Snaefellsnes und bildet eine dramatische Kulisse für zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Region. Aufgrund seiner Schönheit wurde um ihn herum sogar ein eigener Nationalpark eingerichtet.

Der Snaefellsjökull ist auch kulturell bedeutsam: Viele Künstler ließen sich von ihm inspirieren, darunter der Nobelpreisträger Halldór Laxness, der den Vulkan als Schauplatz seines Romans „Am Gletscher“ wählte.

Jules Verne machte ihn in seinem Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ weltberühmt – er stellte sich vor, dass eine Höhle im Snaefellsjökull zum Erdinneren führt.

Kurios: Am 5. November 1992 glaubten Tausende, dass Außerirdische um Mitternacht am Vulkan landen würden. Eine riesige Menschenmenge und Kamerateams aus aller Welt versammelten sich – doch die Nacht verlief ereignislos.

Erlebe den Vulkan hautnah bei dieser Snowcat-Tour auf dem Snaefellsjökull.

3. Askja: Islands Hot-Spring-Vulkan

Askja-Caldera mit türkisfarbenem Viti-Kratersee im isländischen Hochland, umgeben von dramatischer Berglandschaft unter strahlendem Sommerhimmel.

Der Askja-Vulkan war lange kaum bekannt, bis im Jahr 1875 eine gewaltige Eruption begann. Die Asche war besonders dicht und belastete große Teile des Landes so stark, dass Böden vergiftet wurden und Vieh verendete – vor allem in den Ostfjorden.

Die Auswirkungen waren sogar bis nach Norwegen und Schweden zu spüren. Wie bereits bei den Laki-Ausbrüchen ein Jahrhundert zuvor (1784) führte auch dieses Ereignis dazu, dass viele Isländer nach Nordamerika auswanderten.

Heute ist der Askja-Vulkan vor allem für seinen großen Kratersee – den Viti – bekannt, der sich infolge dieser Eruption gebildet hat. Trotz der Höhenlage blieb das Wasser zunächst über Jahre hinweg warm, inzwischen ist der See jedoch den größten Teil des Jahres zugefroren.

Erlebe diese Hochlandtour zum Holuhraun-Vulkan und zur Askja-Caldera – ein unvergessliches Erlebnis ab dem Myvatn-See.



2. Krafla: Der Vulkan mit dem kalten Kratersee

Viti-Krater im Krafla-Gebiet in Nordisland mit leuchtend blauem Kratersee, umgeben von rauer Vulkanlandschaft und dampfenden Geothermalquellen.

Der Krafla-Vulkan ist einer der aktivsten Vulkane Nordislands: Er ist seit der Besiedlung 29 Mal ausgebrochen – allein neunmal zwischen 1975 und 1984. Berühmt ist er auch für seinen Kratersee, ebenfalls Viti genannt.

Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Seen liegt in ihrer Temperatur: Der Viti im Krafla-Vulkan ist ein kalter See (mit einer beeindruckenden smaragdblauen Färbung), während der Viti im Askja-Vulkan in den wärmeren Monaten geothermisch erwärmt ist.

Krafla ist eine beliebte Sehenswürdigkeit im Myvatn-Gebiet und wird auf vielen Touren besucht – auch wegen der Nähe zum Namafjall-Geothermalgebiet. Der Gipfel des Vulkans ist 818 Meter hoch, die Caldera ist zwei Kilometer tief und hat einen Durchmesser von zehn Kilometern.

1. Hverfjall: Der Vulkan für eine einfache Rundwanderung

Luftaufnahme des Hverfjall (Hverfell) – Tuffkrater nahe dem Myvatn-See in Nordisland, mit vulkanischer Landschaft unter dramatischem Himmel

Ein weiterer beliebter Vulkan im Norden ist der Hverfjall (auch Hverfell genannt – beide Namen sind gebräuchlich). Er ist seit etwa 4.500 Jahren nicht mehr ausgebrochen, obwohl die Umgebung sehr aktiv ist.

Der Hverfjall ist besonders beliebt, weil er sich leicht umrunden lässt. Der Krater ist direkt von der Ringstraße aus erreichbar und hat einen Durchmesser von nur einem Kilometer. In etwa einer Stunde kannst du den Kraterrand komplett abwandern – und das direkt neben dem Myvatn-See.

Wir empfehlen diese Sonnenaufgangs-Wanderung auf den Hverfjall mit Transfer ab dem Myvatn-See für ein unvergessliches Erlebnis.

Bemerkenswerte Vulkanausbrüche in Island

Lava schlängelt sich nach dem Ausbruch des Holuhraun durch das isländische Hochland.

Hier findest du einige der bedeutendsten Vulkanausbrüche Islands und erfährst, wie sie die Geografie und Geschichte des Landes geprägt haben.

Die Sundhnukagigar-Ausbrüche 2023–2025 in Island

Der Sundhnukagigar-Vulkanausbruch in Island mit glühenden Lavafontänen und einem Lavafluss bei Sonnenuntergang sowie die dramatische Vulkanlandschaft.

Nach wochenlanger seismischer Aktivität begann im Dezember 2023 ein Ausbruch an den Sundhnukagigar-Kratern, nordöstlich von Grindavik. Die Lava kam gefährlich nahe an die Stadt, das Svartsengi-Kraftwerk und die Blaue Lagune heran, floss letztlich aber an bewohnten Gebieten vorbei. Der Ausbruch endete am 21. Dezember und wurde trotz seiner Stärke als bestmögliches Szenario gewertet.

Am 14. Januar 2024 öffneten sich zwei Spalten nahe dem Berg Hagafell. Lava aus der südlichen Spalte erreichte Grindavik und zerstörte drei Häuser, bevor der Lavastrom stoppte.

Ein neuer Ausbruch folgte am 8. Februar, als sich eine drei Kilometer lange Spalte weiter nördlich öffnete. Sie erreichte Grindavik nicht, zerstörte aber eine Fernwärmeleitung, sodass die Region vier Tage lang ohne Heißwasser war. Der Ausbruch endete am 10. Februar.

Der stärkste Ausbruch begann am 16. März: Eine 3,5 Kilometer lange Spalte schickte Lava nach Süden und Westen. Schutzwälle halfen, den Lavastrom umzuleiten, dennoch wurde ein Bergwerk zerstört. Der Ausbruch dauerte mit abnehmender Intensität bis zum 8. Mai an.

Am 29. Mai begann ein weiteres Ereignis, bei dem Lavasäulen bis zu 50 Meter hoch aufstiegen. Die Spalte weitete sich auf 3,4 Kilometer, bevor die Aktivität nachließ. Der Ausbruch endete am 22. Juni.

Sundhnukagigar-Ausbruch am 22. August 2024.

Am 22. August öffnete sich eine vier Kilometer lange Spalte in einem ehemaligen US-Militärgebiet, was Sorgen wegen möglicher Landminen auslöste. Der Lavafluss war langsam und der Ausbruch endete am 5. September.

Am 20. November kam es überraschend zu einem erneuten Ausbruch, ohne dass es eine größere Erdbebenwarnung gab. Eine drei Kilometer lange Spalte öffnete sich nahe Sundhnukagigar, was schnelle Evakuierungen erforderlich machte. Am 9. Dezember wurde das Ende des Ausbruchs verkündet.

Am 1. April 2025 öffnete sich eine weitere Spalte nahe Grindavik. Ein Teil der Lava durchbrach einen Schutzwall, blieb aber außerhalb der Stadt. Der Ausbruch endete bereits am 2. April.

Am 16. Juli 2025 begann schließlich der zwölfte Ausbruch seit 2021 südöstlich des Litla-Skogfell. Die bis zu 1.000 Meter lange Spalte schickte die Lava von den bewohnten Gebieten weg, bevor die Aktivität nachließ. Der Ausbruch dauerte fast einen Monat und endete am 5. August.

Die Reykjanes-Halbinsel bleibt hochaktiv, weitere Ausbrüche werden erwartet. Die Behörden überwachen die Lage genau und raten Einwohnern und Reisenden, sich stets zu informieren und Sicherheitshinweise zu beachten. Stand Februar 2026 gibt es keinen laufenden Ausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel. Zugang und Hinweise können sich jedoch kurzfristig ändern, daher solltest du immer den offiziellen Empfehlungen folgen.



Ausbruch des Litli-Hrutur 2023

Gas weht über die Berge der Reykjanes-Halbinsel beim Ausbruch des Litli-Hrutur 2023Im Juli 2023 begann ein Vulkanausbruch am Litli-Hrutur neben dem Fagradalsfjall auf der Reykjanes-Halbinsel. Es war der dritte Ausbruch in drei aufeinanderfolgenden Jahren – der erste war 2021. Zuvor hatte es über 800 Jahre keinen Ausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel gegeben.

Der Ausbruch begann eine Woche, nachdem in der Region anhaltende Erdbeben eingesetzt hatten – ähnlich wie vor den Eruptionen von 2021 und 2022. Das bedeutete, dass die Einheimischen mit vulkanischer Aktivität rechneten. Als es schließlich am 10. Juli losging, waren viele begeistert, die neue Spalte zu sehen.

Am ersten Tag sperrten Behörden und Experten das Gebiet ab, um die Lage zu beurteilen und Daten zu sammeln. Bereits am nächsten Tag wurde ein Wanderweg zum Ausbruchsort für Besucher eingerichtet.

Der Ausbruch endete am 5. August 2023, doch die Folgen des Vulkanausbruchs sind noch immer sichtbar. Es sollte jedoch nicht der letzte Vulkanausbruch in Island im Jahr 2023 bleiben.



Vulkanausbruch des Fagradalsfjall 2022 in Island

Der Kraterausbruch am Fagradalsfjall 2022 in Island

Der Fagradalsfjall brach am 3. August zum zweiten Mal aus und die Eruption dauerte drei Wochen an. Der Ausbruch fand im Meradalir-Tal auf der Halbinsel Reykjanes statt – etwa einen Kilometer entfernt vom Ort der Eruption im Geldingadalur-Tal im Jahr 2021.

Die Spalte des Ausbruchs war über 300 Meter lang und wies zu Beginn einen konstanten Lavafluss von 20 bis 50 Kubikmetern pro Sekunde auf, wie das Isländische Wetteramt berichtete.

In den Wochen vor dem Ausbruch kam es zu erheblichen tektonischen Aktivitäten auf der Halbinsel Reykjanes. Einige Erdbeben erreichten eine Stärke von bis zu 5,2 und waren sogar in Reykjavik zu spüren.

Am 3. August erreichte die Lava erstmals seit dem Ende des letzten Ausbruchs im September 2021 wieder die Oberfläche.



Fagradalsfjall-Ausbruch 2022Wie zu erwarten, strömten Reisende zum Ausbruchsort, um das Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen. Nach dem Ende des Ausbruchs entstand hier ein beeindruckendes Gebiet aus schwarzer, erstarrter Lava. Wenn du die Folgen der Fagradalsfjall-Ausbrüche sehen möchtest, buche eine Tageswanderung zum Fagradalsfjall.

Lava bahnt sich immer weiter ihren Weg vom Ausbruchsort am Fagradalsfjall, und ein mutiger Fotograf hält das auf Kamera fest.

Um den Fagradalsfjall zu erreichen, musst du etwa zwei Stunden hin und zurück wandern. Trage gute Wanderschuhe und warme Kleidung, denn es kann dort sehr windig werden. Auch wenn das Wetter beim Aufbruch schön ist, kann es sich in Island sehr schnell ändern.

Vulkanausbruch des Fagradalsfjall 2021 in Island

Vulkanausbruch am Fagradalsfjall

2021 erlebte Island einen spektakulären Ausbruch auf der Halbinsel Reykjanes, dem Landstreifen, der Reykjavik mit dem Flughafen Keflavik verbindet.

In den Wochen vor dem Ausbruch erschütterten Zehntausende Erdbeben die Hauptstadt und das Umland – ein sicheres Zeichen für bevorstehende vulkanische Aktivität.

Am 19. März 2021 um 21:30 Uhr öffnete sich eine große Spalte im Geldingadalur-Tal am Fagradalsfjall. Sie war 700 Meter lang und bedeckte eine Fläche von einem Quadratkilometer.

Der Fagradalsfjall liegt zwar nahe der Hauptstadt, befindet sich jedoch in einem geschützten Tal fernab von Siedlungen und Infrastruktur. Daher wurde der Alltag der Einheimischen kaum beeinträchtigt.

Luftaufnahme des Fagradalsfjall in Island, aufgenommen im März 2021.

Die Eruption am Fagradalsfjall war effusiv, das heißt, die Lava floss ruhig aus der Erde, anstatt explosionsartig mit Asche, Feuer und Gestein auszubrechen.

Als der Fagradalsfjall ausbrach, wollten natürlich alle das Spektakel sehen. Obwohl Vulkanausbrüche in Island recht häufig sind, kommen sie selten so nah an die Hauptstadt heran.

Du kannst das Gebiet jetzt auf einer 12-stündigen Kombitour zum Fagradalsfjall und zur Sky Lagoon ab Reykjavik erleben.

Seit sich die erste Spalte öffnete, hat sich der Hauptausbruchsort am Fagradalsfjall zu einem einzigen, riesigen Krater vereinigt. Im Laufe der Zeit öffneten sich in der Umgebung mehrere neue Spalten – ein Zeichen für die Unberechenbarkeit der vulkanischen Kräfte der Erde.

Die Lava erstarrte nach dem Ende des Ausbruchs im September 2021 und wurde schwarz, ist aber direkt unter der Oberfläche noch immer glühend heiß. Mehr dazu findest du im ultimativen Guide zum Fagradalsfjall-Ausbruch 2021.

Laki-Ausbruch 1784

Luftaufnahme der Lakagigar-Krater im südlichen Hochland Islands, bedeckt von leuchtend grünem Moos und umgeben von dramatischen Lavafeldern.Die Aschewolke des Laki-Ausbruchs zog über Europa, verursachte dichten Nebel, legte Häfen lahm, führte zu Nahrungsmittelknappheit und brachte so große Hitze mit sich, dass viele Lebensmittel verdarben. Auch Menschen, die im Freien arbeiteten, wurden vergiftet. Im Vereinigten Königreich starben schätzungsweise 20.000 Menschen an den Folgen der Verschmutzung durch den Ausbruch.

In Frankreich waren die Folgen noch dramatischer. Der Einfluss auf das Klima führte zu schweren Hungersnöten, weshalb der Laki-Ausbruch von 1784 oft als einer der auslösenden Faktoren der Französischen Revolution gilt.

In Ägypten wiederum sorgte der Ausbruch für niedrigere Temperaturen. In der Folge blieb der Regen aus, der Nil trocknete aus und ein Sechstel der Bevölkerung starb, wie diese Studie von 2006 zeigt.

Insgesamt verursachte der Laki-Vulkan weitreichende Hungersnöte und Klimaprobleme und könnte Millionen Todesopfer gefordert haben – die genaue Zahl ist jedoch ungewiss und umstritten.

Heimaey-Ausbruch auf den Westmännerinseln 1973

Westmännerinsel in Island

Die Westmännerinseln sind ein vulkanischer Archipel, wobei Heimaey die einzige bewohnte Insel ist. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs lebten dort 5.200 Menschen.

In den frühen Morgenstunden des 22. Januar 1973 öffnete sich eine Spalte am Stadtrand, die sich bis ins Zentrum zog. Sie riss Straßen auf und verschlang hunderte Gebäude mit fließender Lava.

Trotz des Ausbruchs mitten in der Nacht und im tiefsten Winter verlief die Evakuierung der Insel schnell und effektiv. Nachdem die Bevölkerung sicher auf dem Festland war, arbeiteten isländische Rettungskräfte gemeinsam mit den in Island stationierten US-Truppen daran, den Schaden zu minimieren.

Durch das ständige Pumpen von Meerwasser auf den Lavastrom konnte dieser von vielen Häusern abgelenkt werden. So wurde der Lavastrom verlangsamt und ein Verschließen des Hafens verhindert, was die Wirtschaft der Insel dauerhaft lahmgelegt hätte.

Obwohl fast 400 Häuser zerstört und die Infrastruktur der Insel schwer beschädigt wurden, kam beim Ausbruch auf Heimaey nur eine Person ums Leben.

Heute ist die Stadt wieder aufgebaut und ein Zentrum für Touristen, die Wal- oder Papageientaucher-Touren erleben oder mehr über die Geschichte des Ausbruchs erfahren möchten. Es gibt tolle Unterkünfte auf den Westmännerinseln, um alles zu genießen, was die Inseln zu bieten haben.

Wie oft kommt es in Island zu Vulkanausbrüchen?

Aus einem Krater am isländischen Geldingadalur-Vulkan bricht Feuer aus.

Vulkanausbrüche in Island sind relativ regelmäßige, aber dennoch unvorhersehbare Ereignisse. Historisch gesehen gibt es im Schnitt alle paar Jahre einen Ausbruch, doch es gibt sowohl Phasen mit gehäufter Aktivität als auch ruhigere Zeiten. Seit 2021 kommt es auf der Halbinsel Reykjanes deutlich häufiger zu Ausbrüchen als im 20. Jahrhundert.

Vor den Ausbrüchen am Litli-Hrutur und Fagradalsfjall war der Ausbruch des Holuhraun im Hochland 2014 die letzte bekannte Eruption in Island.

Beim Grimsvötn kam es 2011 zu einem kurzen Ausbruch, und die Eruption des Eyjafjallajökull sorgte 2010 für massive Reiseunterbrechungen.

Das Wort „bekannt” wird hier verwendet, da es mehrere vermutete subglaziale Vulkanausbrüche an verschiedenen Orten im Land gab, die das Eis jedoch nicht durchbrachen. Beispiele hierfür sind Aktivitäten am Katla im Jahr 2017 und ein subglaziales Ereignis am Hamarinn im Jahr 2011.



Wie gefährlich sind Vulkanausbrüche in Island?

Trotz ihrer gewaltigen Kraft ist die Gefahr für Menschenleben durch Lava in Island praktisch null.

So sehr sich die Vorhersage und das Krisenmanagement bei isländischen Vulkanausbrüchen verbessert haben, gibt es dennoch einige Gefahren, die Reisende während eines Ausbruchs beachten sollten:

  • Kommt es während deines Aufenthalts zu einem Ausbruch, ist es wichtig, auf die Windrichtung zu achten. Selbst ein Ausbruch im Hochland kann die Luftqualität in Reykjavik beeinträchtigen, wenn ungünstige Winde herrschen – das kann zu Atemproblemen bei Kindern, älteren Menschen und empfindlichen Personen führen.

  • Bei hoher Schadstoffbelastung wird empfohlen, drinnen zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. Warnungen zu Ausbrüchen und Luftqualität findest du auf der isländischen Wetterseite. Für Reisehinweise und Sperrungen folge auch den offiziellen Anweisungen der Behörden.

Wie groß ist die Lebensgefahr durch Vulkanausbrüche in Island?

Die schwarze Sandebene Skeidararsandur im Süden Islands mit verzweigten Gletscherflüssen und ferner Bergkette unter strahlend blauem Himmel

Die schwarzen Sandebenen von Skeidararsandur, nahe dem Skaftafell-Nationalpark, werden von Gletscherfluten aus dem Vatnajökull geformt.

Die Gefahr für Menschenleben bei Vulkanausbrüchen in Island ist heutzutage minimal. Seismische Messstationen im ganzen Land sind hervorragend darin, Ausbrüche vorherzusagen. Wenn ein bedeutender Vulkan wie Katla oder Askja Anzeichen von Aktivität zeigt, werden die Gebiete schnell gesperrt und streng überwacht.

Die meisten Orte liegen weit entfernt von aktiven Vulkanen – ein Verdienst der Weitsicht der ersten Siedler. So gibt es zum Beispiel an der Südküste Islands nur wenige Ortschaften, da große Vulkane wie Katla und Eyjafjallajökull in der Nähe liegen.

Da beide Gipfel unter Gletschern liegen, können Ausbrüche riesige Gletscherfluten verursachen, die alles zwischen Vulkan und Meer davontragen. Deshalb ähnelt der Süden Islands vielerorts einer schwarzen Sandwüste.

Die Gefahr von Gletscherfluten (Jökulhlaups)

Überreste einer verdrehten Stahlbrücke, zerstört durch eine Gletscherflut (Jökulhlaup) nahe dem Skaftafell-Nationalpark mit dem Vatnajökull im Hintergrund.

Überreste einer Stahlbrücke, die 1996 von einer Gletscherflut zerstört wurde, mit dem Skaftafell-Nationalpark im Hintergrund.

Diese Gletscherfluten (oder „Jökulhlaups“, wie sie auf Isländisch und Englisch genannt werden) gehören zu den gefährlichsten Aspekten der isländischen Vulkane, da sie unvorhersehbar sind. Subglaziale Ausbrüche können unbemerkt stattfinden, und plötzliche Fluten können scheinbar ohne Vorwarnung auftreten.

Die Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter, sodass Experten potenzielle Jökulhlaups immer besser überwachen und darauf reagieren können. Im Juli 2024 riss eine Gletscherflut vom Myrdalsjökull ein Stück der Ringstraße weg, doch dank schneller Reparaturen war sie innerhalb von zwei Tagen wieder befahrbar.

Dies zeigt, warum Reisende niemals auf gesperrten Straßen fahren sollten – selbst im Sommer, wenn keine unmittelbare Gefahr erkennbar ist. Die Bedingungen können sich rasch ändern und Sperrungen dienen der Sicherheit.

Obwohl die meisten Vulkane weit von Siedlungen entfernt sind, kann das Unerwartete dennoch passieren. In solchen Fällen waren die Notfallmaßnahmen in Island äußerst effektiv, wie bei der Evakuierung nach dem Ausbruch des Heimaey-Vulkans auf den Westmännerinseln im Jahr 1973.

Weitreichende Auswirkungen isländischer Vulkanausbrüche

Wenn Lava unter dem Eis hervortritt, ist die Aschewolke besonders zerstörerisch.

Auch wenn die Gefahr für Menschenleben bei einem Ausbruch in Island sehr gering ist, können die Auswirkungen enorm sein. Vulkanausbrüche in Island sind weltweite Ereignisse, die dramatische Folgen haben können – selbst Hunderte Kilometer entfernt.

Die bei diesen Ausbrüchen aus der Tiefe der Erde aufsteigenden Elemente können Felder und Vieh vergiften und so die Lebensgrundlage vieler Landwirte bedrohen.

Der Holuhraun wurde 2015 für das Massensterben Tausender Schafe im ganzen Land verantwortlich gemacht – ein Ereignis, das viele isländische Bauern in ihrer Existenz bedrohte.

Auch die Aschewolken isländischer Vulkane können großen Schaden anrichten. Als der Eyjafjallajökull 2010 ausbrach, wurden Flüge in ganz Europa gestrichen, was spürbare wirtschaftliche Folgen hatte.

Das war jedoch im Vergleich zu früheren Aschewolken ein eher geringes Problem.

Welcher war der schlimmste Vulkanausbruch in Island?

Feuerfontänen und Lavaströme prägen den Fagradalsfjall in Island

In Bezug auf Menschenleben war der verheerendste Ausbruch zweifellos der Laki-Ausbruch von 1783–1784, der das Klima beeinflusste und Island an den Rand des Untergangs brachte.

Durch die gewaltigen Aschemengen wurden die Ernten im ganzen Land ungenießbar und die Flüsse vergiftet. Die Hälfte des Viehbestands wurde ausgelöscht und ein Drittel der Isländer starb an der daraus resultierenden Hungersnot, die „Nebelnot” oder auf Isländisch „Móðuharðindin” genannt wird.

In den folgenden Jahrzehnten verließ ein weiteres Drittel der Bevölkerung das Land – die meisten wanderten nach Nordamerika aus, in der Hoffnung, ein besseres Leben fernab der sterbenden Insel zu finden.

Wie nutzt Island seine Vulkane?

Vulkanische Energie in Island wird für Strom, Warmwasser, Infrastruktur, Industrie und Freizeit genutzt.

Obwohl die Gefahr eines Ausbruchs und die Sorge um die Folgen ständige Begleiter im isländischen Alltag sind, wäre Island ohne seine Vulkansysteme und die geothermische Energie nur halb so besonders.

Geothermie aus isländischen Vulkanen

Ein Großteil von Islands Wirtschaft und Infrastruktur basiert auf den geothermischen Kräften der Insel. Der überwiegende Teil des Warmwassers wird direkt aus der Erde in die Wasserhähne und Heizkörper der Menschen gepumpt – das sorgt für günstige, umweltfreundliche Wärme.

Gemüse, Obst und Kräuter werden das ganze Jahr über in beheizten Gewächshäusern angebaut, sodass auch im tiefsten Winter frische Produkte verfügbar sind.

Island erzeugt zudem rund 30 % seines Stroms in Geothermiekraftwerken. Der Rest stammt aus Wasserkraft, sodass Island eines der wenigen Länder weltweit ist, das fast ausschließlich erneuerbare Energiequellen nutzt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Potenzial der isländischen Vulkane immer nur zum Guten genutzt wird. Die Schwerindustrie, insbesondere die Aluminiumverhüttung, nimmt in Island langsam zu, da ausländische Unternehmen das Potenzial dieser gewaltigen, frei verfügbaren Energiequelle erkennen.

Vulkan-Tourismus in Island

Viele führen den Tourismusboom der letzten Jahre auf den Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 zurück, auch wenn er damals die Luftfahrt lahmlegte.

Als der Name des Vulkans Nachrichtensprecher weltweit ins Schwitzen brachte, sahen Millionen Menschen spektakuläre Bilder von Islands rauer, dramatischer und wunderschöner Natur – und viele wollten das Land daraufhin selbst erleben.

Kein Wunder also, dass sich ein Großteil der Tourismusbranche rund um die Erkundung von Vulkanen und vulkanischen Regionen entwickelt hat. Die Ausflüge sind dabei äußerst vielfältig.

Abenteuertouren zu Islands Vulkanen

Geothermischer Dampf steigt aus der Erde nahe dem Myvatn im Norden Islands auf.

Manche Touren wie die 4x4-Tour zur Askja-Caldera und zum Viti-Krater führen dich zu Kratern in Nordisland, wo du noch mehr über die Prozesse während eines Vulkanausbruchs erfährst.

Diese 1-stündige Flugtour bietet dir einen einzigartigen Blick auf den Grimsvötn-Krater unterhalb des gewaltigen Vatnajökull aus der Luft.

Touren ins Innere eines Vulkans

Bei dieser Tour ins Innere des Thrihnukagigur fährst du mit einem Aufzug in die riesige, farbenprächtige Magmakammer eines ruhenden Vulkans hinab. Es ist äußerst selten, dass Vulkane so abkühlen, dass dies möglich ist – ein Erlebnis fürs Leben!

Die meisten Touren in Island beinhalten ohnehin Vulkane – es gibt so viele, dass man ihnen kaum entkommt. Alle Snaefellsnes-Touren etwa finden im Schatten des majestätischen Snaefellsjökull statt.

Auch bei Touren rund um den Myvatn siehst du Teile des Krafla-Vulkansystems, und Wanderungen im Hochland führen dich zu vielen weiteren Vulkanen.

Die 12-stündige Fimmvörduhals-Wanderung führt durch die Lava des jüngsten Ausbruchs des Eyjafjallajökull. Hier findest du zwei der jüngsten Krater Islands: den Magni-Krater und den Modi-Krater.

Live-Streams und Webcams zu Islands Vulkanen

Du kannst einige der isländischen Vulkane bequem von zu Hause aus per Livestream beobachten. Manche Streams sind aktuell nicht live, aber diese Kameras sind derzeit verfügbar:



FAQ zu Vulkanen in Island

Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Islands Vulkane.

Ist Island wegen der Vulkane aktuell sicher zu bereisen?

Ja, Island ist sicher für Reisen. Die Behörden überwachen die vulkanische Aktivität genau und sperren gefährliche Gebiete zum Schutz der Besucher. Prüfe vor dem Besuch eines Ausbruchsorts immer die aktuellen Hinweise.

Ist die Blaue Lagune vor vulkanischer Aktivität sicher?

Ja, die Blaue Lagune ist weiterhin geöffnet, aber durch die jüngsten Ausbrüche auf der Halbinsel Reykjanes kam es gelegentlich zu vorübergehenden Schließungen. Die Behörden bewerten das Risiko täglich und schließen die Anlage bei erhöhter Gefahr.

Wie oft brechen Vulkane in Island aus?

Historisch gesehen gibt es im Schnitt alle paar Jahre einen Ausbruch. Seit 2021 ist die Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes jedoch deutlich häufiger.

Kann man in Island einen aktiven Vulkan besuchen?

Ja, geführte Touren ermöglichen es, neue Lavafelder und – wenn es die Bedingungen erlauben – auch aktive Ausbrüche sicher zu erleben. Der Zugang ist streng geregelt und kann sich kurzfristig ändern.

Wie warnen die Behörden vor Ausbrüchen?

Das Isländische Wetteramt überwacht die vulkanische Aktivität und gibt Warnungen heraus, wenn ein Ausbruch wahrscheinlich ist. Der Katastrophenschutz sperrt dann Straßen oder Gebiete und informiert über das weitere Vorgehen.

Beeinflussen Vulkanausbrüche in Island den Flugverkehr?

Ausbrüche können den Flugverkehr beeinträchtigen, meist sind die Auswirkungen aber gering – es sei denn, es entsteht eine Aschewolke wie beim Eyjafjallajökull 2010. Die jüngsten Ereignisse auf Reykjanes hatten kaum Einfluss auf den Flugverkehr.

Die Zukunft der Vulkane in Island

Fagradalsfjall-Krater, umgeben von erstarrten Lavafeldern auf der Halbinsel Reykjanes, Island – Luftaufnahme der Vulkanlandschaft nach dem Ausbruch 2021.Islands Vulkane bleiben aktiv, besonders auf der Halbinsel Reykjanes. Nach rund 800 Jahren Ruhe ist diese Region in eine neue Ära der Ausbrüche eingetreten, die Jahrzehnte andauern könnte.

Besucher können dieses beeindruckende Naturschauspiel hautnah bei Vulkan-Touren erleben – jedes Jahr kommen neue Angebote hinzu, um die jüngsten Lavafelder sicher und geführt erkunden zu können und mehr über die sich ständig wandelnde Geologie der Insel zu erfahren.

Der Vulkan-Tourismus in Island bietet einige der unvergesslichsten Erlebnisse des Landes. Hast du Islands Vulkane schon einmal erkundet? Was waren deine Highlights? Teile deine Erfahrungen gerne unten in den Kommentaren.

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